| Alle Welt will spielen – wir machen es möglich! Aus alt mach neu ![]() Was ist Ihr Favorit? Billard, Kicken, Flippern – oder gehören Sie gar zur Generation „Pacman“? „Die Klassiker werden ihren Reiz nie verlieren und so erlebt der Flipper geradezu eine Renaissance, was uns vor eine echte Herausforderung stellt, denn auf dem Markt gibt es kaum ungebrauchte Produkte“, sagt Siegfried Elsenwenger, Berufsgruppen-Sprecher der Automatenaufsteller in Tirol. Das bedeutet: Alte Geräte auf Auktionen ersteigern, zerlegen und mit den Ersatzteilen alte Apparaten wieder zum Leben erwecken – Recycling der nachhaltigen Art. Soviel zur Nostalgie des Spiels, doch längst hat die digitale Welt der Branche neue Möglichkeiten eröffnet: Wer möchte, spielt heute in der Eckkneipe gegen Gegner von anderen Kontinenten: „In die neuesten Automaten kann sich der Spieler einloggen und mit irgendwem auf der Welt zum Beispiel „Solitaire“ spielen,“ sagt Elsenwenger. 5-Sterne-Spiele Dabei folgt das inhaltliche Programm einer strengen Selbstkontrolle – humanistisch, pazifistisch und vor allem unterhaltsam sollen die Spiele sein. Wie gut das ankomme, habe mittlerweile auch die gehobene Gastronomie in den Ferienzentren entdeckt, sagt Elsenwenger. „Heute werben Hoteliers von 5 Sterne Häusern auch mit dem Freizeit-Angebot diverser Automaten und Familien nehmen diesen Service gerne an.“ Friede den Eltern am Restaurant-Tisch, wenn sich der Nachwuchs verabschiedet zum „Darts“ oder „Rennwagen-Fahren“. Dass der Spaß etwas kostet, ist jedem klar. Dass es dabei aber eine große kommunale Spaßbremse gibt namens Vergnügungssteuer – das ist weniger bekannt. „Einigen Gastronomen mussten wir leider absagen. Denn der Betrieb wäre unrentabel, weil die Kommunen so hohe Vergnügungssteuerforderungen an uns stellen“ sagt Elsenwenger. Vergnügungssteuer ruiniert Rentabilität Ein Hotel oder Restaurant darf maximal 5 Geräte ausstellen, so will es das Gesetz und damit habe auch niemand ein Problem, sagt Elsenwenger. Doch dürfen die Kommunen den Steuersatz fast nach Belieben verdoppeln und in Zahlen sieht das beispielsweise so aus: Werden die drei Spielgeräte eines Hotels zum Normalsatz besteuert, zahlt der Aufsteller monatlich pro Automat 22,- EUR plus 7,30 für die Kriegsopfer-Abgabe – das macht in Summe 87,90 EUR Steuern. Möchte der Gastronom ein weiteres Gerät und die Kommune belohnt die Investition mit der Verdoppelung der Steuer, liegt die Belastung plötzlich bei 163,10 EUR.Doch es kommt noch besser: Erhebt die Kommune sowieso schon den höheren Steuersatz, so darf sie diesen abermals verdoppeln, wenn ein Gastronom sein Freizeit-Angebot um einen Automaten erweitern möchte – dann würden 3 Geräte mit je 88,- EUR besteuert und die Abgabenlast klettert auf sensationelle 298,80 EUR. „Das sind keine Worst-Case-Szenarien steuer-scheuer Unternehmer – das ist die Realität in Tirol. Diese willkürlichen Rahmenbedingungen bremsen die Wirtschaft, schaden dem Tourismus und bringen den Kommunen keinen Euro mehr – im Gegenteil., “ ist auch Hansjörg Kogler, Branchenkollege von Elsenwenger, überzeugt. Gegen das illegale Glücksspiel Elsenwenger und seine 14 Automatenaufsteller-Kollegen wünschen sich daher, dass diese „Wirtschaftsbremse“ Vergnügungssteuer abgeschafft wird, oder es zumindest eine idealerweise für ganz Tirol, noch besser für ganz Österreich geltende gleiche und bezahlbare Vergnügungssteuer gäbe. „Denn unsere Kunden sitzen in vielen Gemeinden Tirols, ja auch in anderen Bundesländern. Das wäre ein wirkungsvoller Bürokratieabbau, bei dem es nur Sieger geben wird!“, hofft Elsenwenger. Und äußert als Sprecher seiner Berufsgruppe einen zweiten Wunsch im Namen der ökonomischen Fairness. „Es darf nicht sein, dass illegale Glücksspiel-Automaten überall in Tirol geduldet werden – sogar die Stadt Innsbruck kassiert Steuern für den Betrieb verbotener Apparate, anstatt diese zu verbieten und zu verbannen.“ Möglich macht dies eine Gesetzeslücke: Im Gegensatz zu Tirol erlauben Kärnten und die Steiermark das so genannte „kleine Glücksspiel“ an Automaten. Somit stellen Kärntner und Steirer unbehelligt ihre Geräte in Tirol auf. Wirft der „Zocker“ seine Münzen hinein, spielt er theoretisch auf einem Server, der in Graz oder Klagenfurt steht. „Das ist eine kriminelle Wettbewerbsverzerrung, die wir nicht länger hinnehmen wollen und können und fordern deshalb ein konsequentes Vorgehen von Kommunen und Exekutive statt eines dezenten Wegsehens,“ so Kogler und Elsenwenger stellvertretend für die gesamte Tiroler Branche. | |
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