Der Boom in den Boxen Das Pferd. Einst genügsames Arbeitstier in der kargen, bäuerlichen Welt, wird es heute oft als Statussymbol tituliert, dabei ist es längst zum Partner des Menschen geworden. „Das liegt an seinem sanften Wesen und weil es auch eine gewisse Strenge akzeptiert,“ sagt Berufsgruppensprecher Dr. Peter Lechner, der als ambitionierter Reiter die Zügel fest in der Hand hält. Denn der Reitsport in Tirol entwickelt sich prächtig: „Im Landesfachverband zählen wir rund 4000 Sportler, die sich auf über 100 Vereine verteilen und dazu kommen noch knapp 8000 Freizeitreiter – das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung,“ so Lechner.Die auf ein hohes Maß an Zufriedenheit schließen lässt – und dafür sind 37 Betriebe verantwortlich, die sich professionell um das Wohl von Ross und Reiter kümmern. Wie es sich für ein gesundes Angebot gehört, variieren die Betriebe dabei sozusagen von der einfachen Pension bis zum 5-Sterne-Haus mit integrierter Pferde-Fitness. Denn auch wenn die edlen Tiere den ganzen Tag hinaus können auf die Koppel, das bedeutet noch lange nicht, dass sie sich die geliebten Vierbeiner dort auch genug bewegen, denn etwas bequem sind sie schon. Die Reitanlage Graf Enzenberg Tannauerhof in Pill bietet beispielsweise das ganze Programm für ein glückliches und gesundes Pferdeleben. Dazu gehört auch die moderne Technik des „Laufstalls“ namens Schrittmaschine, in dem maximal sechs Tiere ihre Runden drehen, bevor sie auf die Wiese entlassen werden. „Prävention und Gesundheitstraining für die edlen Rösser,“ sagt Erika Enzenberg, denn in dem Leitbetrieb stehen auch die kostbaren Pferde diverser Dressur- und Springreiter. Vor 29 Jahren spezialisierte sich der Familienbetrieb auf das Einstellen von Pferden und Junior-Chef Graf Hartmann Enzenberg erfand und baute im Laufe der Zeit eigene Technik, damit die Mitarbeiter die Tiere zügig versorgen können und mehr Zeit bleibt für die Pflege. Dazu zählt das kleine Boxen-Vehikel als Nachfolger der sonst üblichen Schubkarre. Wenn Pferde-Pfleger Hassan Abbid mit seinem Elektro-Wägelchen vorfährt, stehen die Pferde Spalier und warten geduldig auf Heu, Hafer und Streicheleinheiten. ![]() „Mittlerweile bieten auch viele Bauern Boxen an zum Einstellen von Pferden, besonders Freizeitreiter profitieren von dem günstigen Angebot im liebevollen Ambiente. Meistens wohnen 4 bis 10 Gast-Pferde auf dem Hof und zwischen allen Beteiligten entsteht schnell ein familiäres Verhältnis,“ so Lechner. In den großen Profi-Betrieben mit 20 bis 30 Boxen finden dagegen sportlich motivierte Reiter das perfekte Umfeld für Tier und Training: Die dort gebotene all-inclusive Dienstleistung umfasst Hallen und Hindernisse, Coaches und Koppeln und natürlich professionelles Personal. Das hat natürlich seinen Preis und so liegen die monatlichen Kosten für einen Einstellplatz zwischen 250 und 550 Euro. „Ein Reitbetrieb erfordert neben der Hingabe fast ausschließlich Handarbeit: Das Reinigen der Boxen, das Füttern und Putzen der Tiere, sowie das tägliche Bewegen hält nicht nur die Pferde auf Trab,“ sagt Lechner. Neben dem hohen Qualitätsanspruch gebe es aber einen weiteren Faktor, der die Kosten mit bestimme und das sei die jüngst per Gesetz verabschiedete Ausweitung der Haftung: „Die Einstellbetriebe allein tragen das hohe Risiko für das Wohl des Pferdes und müssen sich gegen alle möglichen Widrigkeiten versichern,“ sagt Lechner. | |
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