Alpenzoo: Ein neues Zuhause für Zwergmäuse

Kletterkünstler

Die gelblichbraune Zwergmaus ist eine untypische Maus, denn sie lebt an Flussufern, in Feuchtwiesen oder Au- und Laubbruchwald mit dichtem Seggen- oder Schilfbestand, das zeitweise auch überflutet wird. Zwergmäuse sind deshalb gute Schwimmer und klettern durch diesen „Halmwald“ mit Hilfe ihres Greifschwanzes sehr geschickt. Auch die Füße zeigen Anpassungen. Die Tiere können die Zehen gut spreizen und haben an den Fußsohlen große Schwielen, die die Kletterfähigkeit (Reibung) verbessern. Männchen besetzen zur Fortpflanzungszeit Reviere bis zu 400 m2, die sie mit Duftmarken aus Urin und Kot markieren.

Kugelrundes Haus

Zwergmäuse bauen Nester in Sträuchern oder an langen Grasbüscheln, die sich oft 20-50 cm über dem Boden befinden. Zur besseren Tarnung werden auch grüne Grashalme benützt. Ein Nest wiegt ca. 5-7 g und ist kugelig mit einem Durchmesser von 7-9 cm. Einfache Schlafnester haben zwei Ausgänge und werden oft in nur einer Nacht fertiggestellt. Trächtige Weibchen bauen Wurfnester, die solider und sorgfältiger gefertigt werden und nur einen Ausgang besitzen. Sie legen auch mehrere Nester an, um in Notfall rasch umziehen zu können.

Gefährdung und Schutz

Die ursprünglich häufige Zwergmaus ist selten geworden. Mähen und oft unnötige Pflegearbeiten von Grasstreifen, Schilfbeständen und Feuchtwiesen entlang von Gräben und Straßen sind für die Zwergmaus fatal. Der Schutz und besonders eine Wiedervernässung der Feuchtwiesen sind für den Fortbestand der Zwergmaus besonders entscheidend.