BurgSommer Hall 2020

Die Veranstalter des Haller Burgsommers bewiesen, dass eine Konzertreihe im Sommer 2020 ein aufwändiges Vergnügen ist. Ein Covid-19-Präventionskonzept und die strikte Einhaltung der darin angeführten Maßnahmen waren ausschlaggebend, dass die diesjährigen Open-Air-Konzerte im Hofratsgarten sicher und erfolgreich über die Bühne gingen.

Hall, Burg Hasegg. - Ernst Molden & Friends erfüllten einen Sommernachtstraum – so titelte die „Tiroler Tageszeitung“ am Tag nach dem ersten BurgSommer-Konzert 2020. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen zusätzlichen Maßnahmen hatten es dem Veranstalter, Andreas Ablinger, heuer nicht einfach gemacht. Doch der Traum, auch in Zeiten von Corona eine Kulturveranstaltung durchzuführen, ging in Erfüllung. Auch das Wetter spielte mit und bescherte Künstlern und Publikum beim Drei-Tages-Festival im Haller Hofratsgarten durchgängig laue Sommerabende. Ernst Molden gastierte mit seinen Musiker-Kollegen Willi Resetarits, Hannes Wirth und Walter Soyka sowie tags darauf mit dem Frauenorchester und Überraschungsgast Gerald Votava. Die Presse war begeistert und beschrieb sämtliche Molden-Titel als „Einladungen zum Hin-und-weg-Sein“. Den Wienerlied-Reigen des diesjährigen Burgsommers schloss „der Nino aus Wien“, mit tiefgreifenden Liedern, doch ebenfalls bei hochsommerlichen Temperaturen.

Nach zahlreichen abgesagten Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie war die Sehnsucht des Publikums nach ins Wienerisch gewendeter Seelenmusik groß. So waren denn die Tickets, allen vorweg der Drei-Tages-Pass, rasch ausverkauft. Für den Veranstalter bedeutete dies, dass die umfangreichen Corona-Maßnahmen penibelst einzuhalten waren.

Andreas Ablinger, Obmann des Kulturvereines in der Burg Hasegg, erläutert die logistischen und organisatorischen Herausforderungen: Um die Abstandsregeln einhalten zu können, mussten die Kartenanzahl begrenzt sowie die Konzerte bestuhlt werden. Statt eines Eingangs gab es drei Eingänge, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Alle BesucherInnen wurden von extra eingestelltem und geschultem Personal zu den Plätzen gebracht. Dabei wurde darauf geachtet, dass zwischen Personen, die nicht gemeinsam gekommen waren, mindestens ein Sitzplatz frei blieb. Für entsprechende Abstände zwischen den Stuhlreihen war bereits im Vorfeld gesorgt worden. Die Getränke waren nicht an der sonst üblichen Selbstbedienungs-Bar erhältlich, sondern wurden vom Gastro-Personal mit Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen zu den Sitzplätzen serviert. Die Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen aller Konzert-Gäste wurden inklusive Sitzplatznummer registriert, um bei eventuellen Ansteckungen eine lückenlose Nachverfolgung zu ermöglichen.

Diese Maßnahme erwies sich als goldrichtig, denn eine Person aus dem Publikum wurde kurz nach dem Konzertbesuch am Donnerstag, 20.8., positiv auf Covid-19 getestet.  Aufgrund der vorher gesetzten Maßnahmen konnten sämtliche BesucherInnen dieses Abends umgehend verständigt und gebeten werden, ihren Gesundheitszustand zu beobachten. „Wir waren laufend in Kontakt mit der Behörde und den BesucherInnen. Heute wissen wir definitv, dass es keine weiteren Fälle und Clusterbildungen gibt, die auf unsere Veranstaltung zurückzuführen sind“, berichtet Ablinger. “

Trotz des hohen Aufwandes würde der Veranstalter die Konzertreihe jederzeit wiederholen. Ablinger: „In Zeiten wie diesen braucht die Kulturszene umso mehr unsere Unterstützung. Wir Kulturschaffende haben gezeigt, dass sich Prävention und Vergnügen nicht ausschließen.“ Kultur-Stadtrat Johannes Tusch zeigte sich stolz, dass die Open-Air-Konzertreihe in Hall sicher und erfolgreich stattfinden konnte: „Auch all unsere prominenten Gäste aus Wirtschaft und Politik waren dabei und freuten sich über das disziplinierte und vorbildliche Verhalten von Organisatoren und Publikum. Besser geht´s nicht!“

Ernst Molden beschenkte sein Festival mit einem abschließenden Resümee: 

„Man hat darauf vergessen, dass sich die Zeiten geänderten haben.“

So dürfen wir Hoffnung schöpfen, dass die Kulturszene nicht ausstirbt und die KünstlerInnen nicht untergehen, sondern einfach neue Rahmenbedingungen mutig und kreativ umgesetzt werden.