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Foto: Bernhard Schösser

Camping im Herzen der Alpen – Das Rundum-Erlebnis!

Die Campingbranche boomt. Auch in Tirol. Camping entstand Ende der 50er-, Anfang der 60er Jahre. Ausgelöst durch das aufkommende Wirtschaftswunder machte sich eine erste, große Reisewelle - hauptsächlich aus Deutschland - auf den Weg in den mobilen Urlaub. Seither hat sich beim Camping viel getan, ein Tiroler Campingplatz gleicht einer hochmodernen Freizeitanlage! Die drei Campingplatzbetreiber Georg Giner, Franz Josef Fiegl und Alois Hell analysierten die aktuelle Situation in unserem Bundesland.

Momentan gibt es rund 90 Campingplätze in Tirol, die in Summe rund 1,5 Mio. Nächtigungen pro Jahr erwirtschaften. Kärnten, mit rund 2 Millionen Nächtigungen, ist der Branchenprimus in Österreich, Tirol folgt bereits auf Platz zwei! Gemäß dem Motto "Camping ist cool und trendy" gab es in den vergangenen zwei Jahren starke Zuwächse. Wobei das Angebotsspektrum der Plätze in Tirol vom "einfachen Zelteln" über Camping bis zum neuen "Glamping" reicht.

Der typische Campinggast?

In der Branche gilt eine grobe Klassifizierung von sechs verschiedenen Gästen: Der typische "Zeltler", der mit Motorrad, Fahrrad oder als Rucksacktourist unterwegs ist. Dieser Gast kommt oft aus Übersee, befindet sich auf Europareise und hat üblicherweise ein kleines Igluzelt mit dabei. Das "junge Pärchen", typische "DINKS" (Double Income, No Kids), kommt mit entsprechendem Bus oder Minivan auf den Campingplatz und ist sportlich ambitioniert. Vorzugsweise wird das Wochenende für Mountainbiken, Surfen oder Klettern genutzt, das Camping-Fahrzeug wird während der Woche zu Hause ganz normal benützt. Die immer fitteren Pensionisten - die "Best-Agers" - reisen oft monatelang mit dem Wohnmobil quer durch Europa. Da sie unabhängig von Ferienzeiten sind, stellen sie einen gern gesehenen Gast in der Nebensaison dar. Der klassische Familiencamper ist mit Familie und Wohnwagen unterwegs. Im Haupturlaub bleibt er gerne länger am Campingplatz und macht mit dem Zugfahrzeug Ausflüge in die nähere Umgebung. Da die Campingplätze mittlerweile mit allem Komfort und vielen Freizeitangeboten ausgestattet sind, ist der Familiencamper mit seinen Kindern lieber am Campingplatz als, wie früher, im Hotel. Eine weitere Gruppe ist der Gast, der sich eigens ein Wohnmobil mietet, um damit seinen Urlaub am Campingplatz zu verbringen.


Die "Dauercamper" sehen die Vertreter der Campinglätze als eigene, eher problematische Zielgruppe. Seien es doch mehr Schrebergartenbetreiber mit Zweitwohnsitzcharakter, oft mit Gartenzaun und Gartenzwerg ausgestattet, die wirtschaftlich kein touristisches Geschäft bringen. Diese Zielgruppe ist jedoch mehr in Deutschland anzutreffen (nicht umsonst berichten TV-Dokumentationen im deutschen Privatfernsehen von diesen Gästen als "Camper"), in Tirol sind sie eher rückläufig. Die sechste und letzte Gruppe der Campinggäste sind seit neuestem die schon erwähnten "Glamper". "Glamping" steht für "Glamorous Camping", also Camping mit Hotelkomfort. Oder, wie Georg Giner, der mit seinem Betrieb bei "Glamping" in Österreich Vorreiter ist, zusammenfasst: "Die vier Faktoren "Individualität", "Natur", "Camping Feeling" und "Top-Komfort" werden hier vereint, und als spezielles Angebot an den Gast gebracht!" Der Begriff "LOHAS" ("Lifestyle of Health and Sustainability") charakterisiert diesen Gast, der sich durch mittleres bis hohes Einkommen und durch hohes Umweltbewusstsein auszeichnet, und unter dem Begriff "Back to Nature" qualitätsvollen Urlaub ohne Abstriche machen will. Wir lernen: Den "typischen Campinggast" gibt es 2017 nicht mehr!

Gegenwart und Zukunft?

Die Aufenthaltsdauer der Gäste hängt extrem von der jeweiligen Zielgruppe und dem Standort ab. Camping in Tirol ist mittlerweile ein Ganzjahresangebot. Wintercamping benötigt eine entsprechende, investitionsintensive Infrastruktur mit Wellness, Hallenbad, beheizten Sanitäranlagen und Schi- und Trockenräumen um überhaupt auf den Markt zu kommen. Wie in der Hotellerie ist auch beim Camping die Tendenz weg vom dreiwöchigen Urlaub hin zu mehr und kürzeren Aufenthalten im Jahr erkennbar. Um Erfolg zu haben, wird im Tiroler Camping versucht für jeden Bedarf ein passendes Produkt zu bieten, quasi von der "Jugendherberge" bis zum "5-Sterne-Hotel". Die Platzgrößen in Tirol variieren sehr stark: 20 bis 30 Stellplätzen bei kleinen Campingbetrieben stehen bis zu 400 Stellplätze auf den Plätzen der Branchenführer gegenüber. Das Hauptherkunftsland der Gäste ist Deutschland, gefolgt von Holland und der Schweiz. In Tirol ist der Gästemix, je nach Standort des Betriebes, sehr verschieden: Durch die Nähe zur Landeshauptstadt begrüßt Georg Giner auf seinem Campingplatz Gäste aus rund 70 Nationen, während im Zillertal bei Alois Hell und Franz Josef Fiegl rund 60% der Gäste aus Deutschland kommen. Der Anteil der Österreicher liegt in Tirol bei rund zwei Prozent, die Bewohner der Alpenrepublik machen mit rund 20 Prozent Gästeanteil lieber Urlaub auf den Campingplätzen in Kärnten oder der Steiermark.


"Der Luxus von heute ist der Standard von morgen!"

Dieser legendäre Satz von Horst Nitschke, Chefredakteur des ADAC-Campingführers, trifft auch beim Camping in Tirol zu. Die Stellplatzgrößen auf den Campingplätzen wachsen parallel mit der Größe der Wohnmobile auf bis zu 160m². Alle Arten von Anschlüssen am Stellplatz sind Standard, ebenso wie kostenfreies WLAN, das auf Grund der abzudeckenden Gesamtfläche auf einem Campingplatz eine andere Herausforderung wie beispielsweise für ein Hotel darstellt. Zusätzlich wird bei einem Wohnwagen oft die Geschwindigkeit des Internetzugangs gedrosselt, da hier das Phänomen eines "faradayschen Käfigs" auftritt. Generell sehen Georg Giner, Franz Josef Fiegl und Alois Hell jedoch einen weiteren, ungebrochenen Trend zum Camping. Nicht zuletzt durch die stark steigende Gruppe der mobilen "Best-Agers", die im Frühjahr und Herbst die Saisonen massiv verlängern, und die Tatsache, dass Wohnmobile und Wohnwägen in Deutschland auf Grund der hohen Nachfrage aktuell Wartezeiten bis zu neun Monate aufweisen. Einig ist man sich: Es geht nur mit weiterer Qualitätssteigerung und Investitionen, da der Campingurlaub von heute mehr sein muss als nur die Bereitstellung von Infrastruktur. Nämlich Erlebnis und Abenteuer!


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