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CD Review: Garagedays - Here It Comes

Die österreichischen Metaller von Garagedays sind durch Supporttouren für u.a. Exodus, Rotting Christ und Grave Digger keine Rookies mehr. Diese Auftritte bescherten der Gruppe bereits früh große Achtungserfolge. Bisheriges Highlight: Im Frühjahr 2015 begleitete die Band U.D.O. im Vorprogramm auf einer dreimonatigen Monster-Tournee quer durch Europa.

Am 14. September veröffentlichte das Quartett das neue Album "Here It Comes". Es ist das dritte Studiowerk der Band, das von Flemming Rasmussen (u.a. Metallica) produziert und von Andy LaRocque (King Diamond) gemastert wurde. Vorausgeschickt darf ich sagen: Eine fette Überraschung! Die Scheibe startet mit dem Titeltrack "Here It Comes": Ein treibendes Riff, fette Gitarren, gesanglich teilweise an unseren Udo angelehnt (Dirkschneider, nicht Jürgens!). Das folgende "Turns To Black" ist etwas langsamer, gitarrenmäßig etwas doomig, sabbathmäßig-angehaucht, ballert dann aber ebenfalls richtig los. "The Beginning and the End of it All" zeigt dann erstmalig die Bandbreite von Garagedays auf: Ein fast balladesker Start mit cleanem Gesang, vom Rhythmus-Gitarristen und Sänger Marco Kern, steigert sich in den folgenden vier Minuten abermals zu einer abwechslungsreichen Metal-Walze! "Devil", mittelschwer und mittelschnell, kommt mit einer Mischung aus Thrash, Black Sabbath und Candlemass daher - Bumm! Mein Favorit ist das nun folgende "I Have Seen". Wäre es Rotwein, würde ich mit der Zunge schnalzen und sagen: "Ein gemischter Satz". Maiden, alt bis zu "Brave New World", werden mit diversen Metallica-Versatzstücken gekreuzt, 6:24 Minuten lang akustische Freude!!

"Paradise Lost" geht gemächlich und ruhig los, um beim Wein zu bleiben - es findet ein guter Ausbau mit starkem Abgang inklusive toller Soli statt. Bei dieser Nummer erinnert der Gesang stellenweise an Toxpack, was auch sehr gut passt. Song Nummer sieben, "Reptile", ist dann eine eher schnelle, punkig angehauchte Sache, Headbanging (bei den Jungen), gefälliges Fußwippen (in meinem Alter) inbegriffen. "L.E.M.M.YPSYLON" ist eine Liebeserklärung an - nonaned - Lemmy, der, zumindest dem Text nach, Grund für die Gründung der Garagedays gewesen ist. Akustische Gitarre inklusive, sowohl für Motörhead als auch Garagedays untypisch, aber irgendwie edel gemacht! "The Sword" zerstreut dann wieder alle aufkommenden akustischen Befürchtungen mit einem "Red, Hot & Heavy" artigen Riff, mittelschnell, und steigert sich dann mit Tempowechsel und lässigen Soli wiederum zur Decke! Das abschließende "Philosophy", ein Instrumentalstück, lässt erahnen, dass Garagedays schon mal von der nicht gänzlich unbekannten Combo "Metallica" gehört haben. Der tolle akustische Start ist eine Mischung doch einiger der halbballadesken Nummern der U.S. Boys. Jedoch ist "Philosophy" weit weg von einer platten Kopie, im Gegenteil, das Stück baut sich fantastisch auf und zeigt, dass die handelnden Akteure, neben Marco Kern noch Dominik Eder, Rene Auer und Matthias Mai, auf ihren Instrumenten fit sind. Ein wirklich gelungener Abschluss einer tollen Scheibe!

Für alle Kurz- und Teletextleser: "Here It Comes" und Garagedays bieten 10 äußerst abwechslungsreiche Stücke im mittleren bis oberen Härtebereich, ausgestattet mit einer sauberen und fetten Produktion. Egal, ob dem edlen Gedanken "Support the Austrian Scene" folgend oder nur um neue, gute Mucke im Player zu haben: Klare Kaufempfehlung von mir an alle, die abwechslungsreiche und druckvolle Heavy Metal Musik mögen!


Redakteur: Bernhard Schösser