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Tarja In the Raw

CD Review: Tarja - In the Raw

"In The Raw" ist das neueste, insgesamt siebte Album der seit über 20 Jahren weltweit erfolgreichen finnischen Ausnahmekünstlerin Tarja Turunen (Genres: Rock, Metal, Klassik). "In the Raw" erscheint bereits optisch sehr anspruchsvoll in einer Deluxe-Box. Das stilvoll in Schwarz- und Goldtönen gestaltete, mystische Layout ist stylisch, Tarja wandelt in der St. Michael`s Grotte in Gibraltar, umgeben von lebendigen Farben. Das Artwork macht somit Lust auf die Musik, die sich dahinter verbirgt. Los geht`s mit "Dead Promises": Ein typischer Tarja-Song, ein sehr passender Einstieg mit Gastsänger Björn Strid (Soil Work, The Night Flight Orchestra). Das folgende "Goodbye Stranger" ist richtig gelungen: Das Duett mit Cristina Scabbia (Lacuna Coil) gefällt, ich würde sagen, hier prallen Musikstile wie Swing, Alternative und Metal aufeinander. Schwere Gitarrenriffs erinnern an Gruppen wie "Rammstein" oder "Subway To Sally" und doch finden auch filigrane Töne ihren Platz im Gesamtarrangement. "Tears in the Rain" erinnert am Anfang kurz an David Bowie und "Let`s Dance". Der Song besticht mit einer tollen Melodie, die sofort zum Ohrwurm wird, unterbrochen von einem schnellen Teil in der Mitte, coole Nummer! "Railroads": Klanglich sehr gut abgestimmt, kommt dieser Song sehr leichtfüßig daher, die verzerrten Gitarren wechseln mit ruhigen Teilen, Tarja's Gesang ist atemberaubend schön. "You And I" ist eine durchaus gelungene Ballade auf Platz Nummer 5 des Albums, etwas zum Abkühlen.

CD Cover Tarja In the Raw

"The Golden Chamber" (mit Awaken-Loputon Yö von Alchemy) erinnert dann, epochal getragen, an einen dramatischen Filmsoundtrack, bei mir als Tirolerbuam fliegen vor dem inneren Auge die dicken Schneeflocken, während sich die hochalpin angesiedelten Steinböcke abmühen, Futter zu finden. Naja! "Spirits of the Sea" befreit den Hörer dann wieder aus den alpinen Winterwelten, mittelschnell machen eine fette Gitarre und der eindringliche Gesang wieder Boden gut. Das folgende "Silent Masquerade" (mit Tommy Karevic) baut sich so richtig schön auf, wird immer dichter, je länger es dauert, eine sehr gelungene Nummer! "Serene" weiß durch verstärkten Einsatz von Percussion Instrumenten und einem starken Refrain zu gefallen. Die letzte der zehn Nummern, "Shadow Play", liefert als "Bombast-Happen" einen starken Abschluss: Im Midtempo gehalten kann der Song ganz gut punkten.

Zusammengefasst: "Goodbye Stranger" ist der absolute Hit der ersten Hälfte des Albums, denn Tarja und Cristina Scabbia harmonieren richtig gut zusammen. "You And I" ist ein gelungenes Ende der ersten (leicht verdaulicheren) Hälfte. Der zweite Teil der CD erfordert aktives Zuhören, um die Perlen zu entdecken! Mainstream ist in diesem Part nirgends zu finden und genau das ist es, was zu begeistern weiß, auch wenn die Steinböcke immer noch nach Futter suchen!


Redakteur: Bernhard Schösser