Social Media WallKontakt
Du befindest dich hier: Home » CD Review: Turbobier – Irokesentango

CD Review: Turbobier – Irokesentango

Turbobier ist keine neue Starkbiermarke, sondern eine Wiener Punkrockband, deren Erstlingssilberling " Irokesentango" immerhin der alte und neue Wiener Bürgermeister mit parteifarbenem Iro und gestrecktem Mittelfinger ziert. Das brachte, wie zuvor auch das Video zu „Arbeitslos durch den Tag“ (die einzig würdige Antwort auf „Atemlos…“) mediale Präsenz und breite Diskussion! Laut wikipedia ist „Irokesentango“ der melodiöse Punkrock der Truppe rund um Sänger Marco Pogo. Nun, die Spannung steigt ob der vorweg genannten Fakten, wie klingt nun also dieser „Tango“?

„Fuassboiplotz“ startet wie mehrere andere Nummern mit wienerischem Brachialdialekt und fährt dann tempomäßig gleich voll ab! „Ein Fußballplatz ohne Bier ist wie ein Häusl ohne Tür“ stellt die Marschrichtung klar, promillehaltige Texte werden im besten „Exploited“ Beat gnadenlos durchgeprügelt. Der nächste Track, „Bierpartei“ gestaltet sich als Midtemporocker und reitet permanent auf einem Riff mit wieder – no na ned – Bierrefrain herum, Chapeau! „Hand in Hand“ hat erstmals ernsteren Text und klingt phasenweise ein wenig nach den „Hosen“. Song Nummer vier, „Pech“ stellt mit ordentlichem „Schaaas-Refrain“ das leider nicht unübliche Leben mancher Zeitgenossen dar, aus dem „Off“ kommt Wiens wohl größter Sohn, Edmund Sackbauer, mit wie immer pädagogisch wertvollen Zitaten zu Wort! „O.K.S.O.“ ist eine freundliche Hommage an unsere „Freunde & Helfer“, seit jeher wichtige Wegbegleiter der Punkszene! „Floschnpfand“, die Halbzeit des promillegetränkten Silberlings, thematisiert eine Finanzierungsvariante des fortgeschrittenen „Dranglas“, auch hier wieder eine fein getextete Trinkerhymne mit Uptemporefrain. „I Hoss Olle Leit“ nimmt ein wenig Tempo raus, das folgende „Blaue Kappe Grüne Kappe“ fährt dann tempomäßig wieder auf gediegenen Pogorhythmus hoch und schildert das verwegene Wiener Schwarzfahrerleben und die daraus entstehenden Diskussionen mit „Schaffnern und Kieberen“. „Kontrollverlust“ thematisiert wie schon seinerzeit die E.A.V. mit „Morg`n fang i a neues Leben an“ den beginnenden und dann fortschreitenden komatösen Zustand nach ausgiebiger Zeche, im Gesamtkonstrukt nicht anders zu erwarten! „Notstandshüfe“ prügelt sich mit lustiger Arbeitsmarktservice-Dame und entsprechender Uptempogitarre kurz aber heftig durch die Scheibe. „Kiwara“, der vorletzte Song, protzt einmal mehr mit Edmund S. im Intro, ein fettes Riff mit „leerer Hülsn“ und Polizeikontakt folgt, eine ebenfalls solide Punknummer! „Arbeitslos“ sei zum Abschluss allen ans Herz gelegt, die die fesche Helene und den fast gleichnamigen Song nicht mehr hören können, und wird in dieser Form wohl nie in der neuen „Stadlshow“ zu bestaunen sein!

Insgesamt kreisen die Themen der Herren Marco Pogo, Doci Doppler, Baz Promüü und Fredi Füzpappn wie seinerzeit bei den Frankfurter Alk-Thrashern „Tankard“ ums Saufen in allen Leistungs- und Lebensstufen, die Texte sind lustig, aber eventuell nicht immer für Papis Nachwuchs geeignet! (Mamis Nachwuchs hört in der Regel ohnehin was anderes). Turbobier sind mit dieser grundsoliden und unterhaltsamen Scheibe ohnehin auf der Überholspur, die „Warner Music Group Germany“ und ein Auftritt beim diesjährigen „Nova Rock“ sind nur zwei Indizien dafür. Somit „6 von 7 Hülsen“ und eine klare Anschaffungsempfehlung an alle jene (und jenInnen), die „Tankard“, „Onkel Tom“, „Alkbottel“ und ähnliches als Kontrastprogramm zur sonstigen Musiksammlung schätzen!

Lediglich das Wahlergebnis der "Bierpartei" bei der Wien Wahl ist aktuell noch nicht bis zu uns nach Tirol durchgedrungen ...!
Alles weitere unter www.turbobier.at