Skitourentipp: Speikspitze (2.324m)

Lawinensichere Skitour im Zillertal

Eine weitere, nicht ganz so bekannte und sehr lohnende Skitour im Zillertal. Von der Inntalautobahn geht es ins Zillertal bis Stumm. Der Ort wird durchquert, man fährt weiter Richtung Ahrnbach und folgt den Wegweisern Richtung Distelberg. Nach vielen Kehren auf der schmalen Straße erreicht man am Ende das Gasthaus Talblick. Es empfiehlt sich eine frühe Anreise (da der Parkplatz nicht groß ist), ebenso wie die Nachfrage, ob Parken erlaubt ist. Hinter dem Gasthaus links beginnt der Aufstieg, zuerst über Wiesen, zweimal wird eine Forststraße gequert, bis man den Waldrand erreicht. Von hier führt der steile Sommerweg Richtung Koglangeralmen (Wegweiser) durch den Wald bis zur Almfläche. Vorbei an mit Sat-Anlage und Sonnenkollektor opulent zu Zweitwohnsitzen unserer nördlichen Nachbarn ausgebauten Almhütten in leichtem Bogen taleinwärts nach rechts erreicht man einen breiten Forstweg. Hier geht`s links in den Wald, der Beschilderung „Kapaun Alm“ folgend. Durch den sich lichtenden Wald erfolgt der Anstieg auf nun weite Hänge. Das links oben befindliche Kapaunser Jöchl (1.978m) dient als Orientierungspunkt und kann von „Gipfelsammlern“ mitgenommen werden. In unserem Fall, nach sehr viel Neuschnee und mit Windverfrachtungen, waren diese Hänge zu steil, wir hielten uns entlang des Wegs und dann im flacheren Gelände nach rechts, Richtung Kapaun Alm, um weitere kritische Hänge zu umgehen. Oberhalb der Alm querten wir zurück auf den breiten Rücken oberhalb des Kapauner Jöchls, um anschließend links in ein kleines Tal mit großen Felsen zu gelangen. Am Ende des Tales, rechts auf einem flachen Boden, ist der Gipfel zu sehen. Dieser wird nun in einem weiten Bogen nach links und dann über den Grat von links unschwer mit den Skiern bestiegen. Die Abfahrt erfolgt wie der Aufstieg, wobei wir die Sicherheitsschleife über die Alm mehr oder weniger auslassen und nun entlang der normalen Aufstiegsspur in Richtung Kapaunser Jöchl abfahren konnten. Da die oben erwähnten Almhütten einzeln mit Stacheldraht eingezäunt sind, ist eine Abfahrt über den Forstweg, wie auch bei wenig Schnee, ratsam.

Zusammengefasst ist die Speikspitze eine relativ sichere Skitour bei kritischen Lawinenverhältnissen. Wie in unserem Fall ist aber eine umsichtige Routenwahl auf den freien Hängen unbedingt anzuraten. Landschaftlich ist diese Tour oberhalb der Baumgrenze und speziell im Bereich des Gipfels ebenfalls top. (Datum der Tour: 30.01.2021)

Beste Jahreszeit: November bis Februar
Länge: 5,3 km
Höhenmeter: 1.130
Gehzeit: 2,5-3 Stunden
Kondition: Mittel
Schwierigkeit: 50%
Kartenmaterial: Alpenvereinskarte Nr. 34/1 Kitzbüheler Alpen, Westliches Blatt 1: 50 000

Text & Fotos: Bernhard Schösser