Blochziehen in Fiss

Fiss (Bezirk Landeck) zählt mit seiner maskenreichen Fasnacht zu den großen Tiroler Fasnachten. Zentral ist das Blochziehen („Blochboumziachâ“), das im Zweijahresrhythmus zwischen Erwachsenen- und Kinderblochziehen wechselt; das Blochziehen der erwachsenen Männer findet damit alle vier Jahre statt. Über das Alter des Brauchs gibt es keine sicheren Daten, vermutlich reicht er bis um 1800 zurück. Nach Phasen des Nachlassens erhielt die Fisser Fasnacht 1969 einen starken Impuls durch eine von der Tiroler Landesbildstelle angeregte Dokumentation: Für Filmaufnahmen entstanden neue Kostüme der „Schallner“ (Scheller), außerdem wurden Masken u. a. der Jäger, des Bauern- und Kraxenträgerpaars eingeführt. 1971 filmte Wolfgang Pfaundler das Blochziehen; seit 1978 wird es wieder regelmäßig durchgeführt. Ebenfalls seit 1969 dürfen auch verheiratete Männer aktiv teilnehmen.

Die Vorbereitungen beginnen etwa ein Jahr zuvor mit der Wahl des 14-köpfigen Fasnachtskomitees und der Vergabe der Rollen nach Körperbau und Kondition. Im Spätherbst wird beim „Blochbaumholen“ mit dem Waldaufseher eine kräftige Zirbe ausgewählt, gefällt und mit unversehrtem Gipfel ins Dorf gebracht. Zwei Tage vor dem Umzug wird der Stamm auf drei Schlitten montiert (mit Gelenk für enge Gassen, Bremse am vorderen Schlitten); vorne ist eine Fratze aufgemalt. Auf dem Bloch entstehen Hexenhütte (Oberhexe), Musikerbank und Wiege des Liebespaares.Die Vorbereitungen beginnen etwa ein Jahr zuvor mit der Wahl des 14-köpfigen Fasnachtskomitees und der Vergabe der Rollen nach Körperbau und Kondition. Im Spätherbst wird beim „Blochbaumholen“ mit dem Waldaufseher eine kräftige Zirbe ausgewählt, gefällt und mit unversehrtem Gipfel ins Dorf gebracht. Zwei Tage vor dem Umzug wird der Stamm auf drei Schlitten montiert (mit Gelenk für enge Gassen, Bremse am vorderen Schlitten); vorne ist eine Fratze aufgemalt. Auf dem Bloch entstehen Hexenhütte (Oberhexe), Musikerbank und Wiege des Liebespaares.

Der Ablauf: Am Samstag wird eine Messe für die Fasnachtler gefeiert, am Sonntag startet um 12.30 Uhr der Umzug. Zunächst „springen“ zwölf Schallner und der Bajatzl die Route ab, danach zieht die Musikkapelle – seit 2009 auch mit einem eigenen „Fisser Blochbaum-Marsch“ (Michael Rietzler) – mit rund 60 Maskierten durch das Dorf. Erst nach der Runde beginnt das eigentliche Ziehen: Querhölzer werden befestigt, der Fuhrmann gibt mit Peitschenknall und dem Kommando „Hüo“ das Zeichen.

Der etwa sechs Tonnen schwere Bloch wird geschoben und gezogen; die Zuschauer begleiten ihn unmittelbar. Bei viel Schnee gleitet der Stamm leichter, in schneearmen Jahren wird das Ziehen spürbar mühsamer. Der Schwoaftuifl behindert den Zug mit Seil, Gabel und Löffel, Bajatzl und Hexen sorgen für derbe Späße, mehrere Wägen schenken Getränke aus.Am Platzbrunnen folgt eine zentrale Spielszene: Hexentanz, Marschmusik und die „Hexasprüch“ der Oberhexe – ein gereimtes, heiteres Rügegericht über Ereignisse der letzten Jahre. Parallel werden Bär und später der Miasmann (Moosmann) nach ritualisiertem Fang in Seitengassen eingefangen, am Bloch angespannt, entkommen und erneut gebunden; zu beiden werden Sprüche vorgetragen. Vor Steilstücken wird das Spiel bewusst verlangsamt, um die Suche nach zusätzlicher „Zugkraft“ dramaturgisch auszuspielen. Nach weiteren Pausen führt der Zug ins Finale. Am Fonnesplatz versteigert der Bürgermeister den Blochbaum zugunsten karitativer Zwecke (2026: € 26.600,-). Mit dem Abendläuten um 18 Uhr endet das Maskentreiben.

Text: Thomas Nußbaumer

Fotos: © Karin Schaub-Nußbaumer