Der MusicalSommer Kufstein präsentiert: Saturday Night Fever

Der MusicalSommer Kufstein zählt längst zu den festen Größen im Tiroler Kultursommer – und ist weit mehr als ein sommerlicher Veranstaltungstermin. Jahr für Jahr zieht dieses Kulturhighlight rund 25.000 Besucherinnen und Besucher auf die Festung Kufstein und beweist eindrucksvoll, wie stark Musiktheater unter freiem Himmel berühren kann.

2026 geht der MusicalSommer bereits in seine 18. Runde. Ursprünglich mit Operetten gestartet, hat sich das Format in den vergangenen Jahren bewusst weiterentwickelt: Heute stehen Musicals im Mittelpunkt – nicht zuletzt, weil sie zeitgemäß, emotional und besonders publikumsnah sind. Sie öffnen Kultur für ein breites Publikum, sprechen verschiedene Generationen an und erreichen auch jüngere Besucherinnen und Besucher, die sich von großen Songs, starken Geschichten, Tanz, Tempo und spektakulären Bühnenmomenten mitreißen lassen.

Ein besonderer Reiz liegt in der Exklusivität: Jedes Musical wird eigens für den MusicalSommer Kufstein und die besondere Atmosphäre der Festung produziert. Die Inszenierungen sind einzigartige Bühnenkreationen, die ausschließlich in Kufstein aufgeführt werden. Wer hier dabei ist, erlebt also etwas, das es in dieser Form nirgends sonst gibt.

Und genau dafür steht in diesem Sommer „Saturday Night Fever“ – Discofieber: eine Show voller Energie, Nostalgie und Lebensfreude. „Saturday Night Fever“ (1977) porträtiert die US-amerikanische Disco-Subkultur der späten 70er. Der Film machte Disco vom Nischenphänomen zum Mainstream. Wenn die legendären Hits der Bee Gees – „Stayin’ Alive“, „Night Fever“, „You Should Be Dancing“ und viele weitere Songs, die Generationen verbinden – über die Festung klingen, wenn Geschichte auf Disco-Glanz trifft und die Sommernacht selbst Teil der Inszenierung wird, entsteht ein Erlebnis, das weit über einen klassischen Musicalabend hinausgeht.

Maßgeblich an diesem Erlebnis beteiligt ist Regisseur Vanni Viscusi, gebürtiger Italiener. Er erzählt, was ihn nach Tirol geführt hat: „Ein glücklicher Zufall! Mein besonderer Dank gilt Michael Lerchenberg, der mich als Choreograph von Sister Act 2024 an seine Seite geholt hat. Kennengelernt haben wir uns bereits 2016 in Luisenburg, wo er mich entdeckt hat. Vielen dürfte er auch als Pfarrer aus der Serie „Der Bulle von Bad Tölz“ bekannt sein!“

Auf die Frage nach seiner persönlichen Überarbeitung des Musical-Klassikers erklärt Viscusi: „In meiner Vision stelle ich die Figur von Tony Manero in den Mittelpunkt – als Symbol für eine Generation im Wandel. Er verkörpert eine tiefe Sehnsucht nach Freiheit, nach Identität und nach einem Platz in der Welt. Gleichzeitig ist die Disco-Dance-Kultur der 1970er Jahre das pulsierende Herz meiner Inszenierung. Die Nächte in den Diskotheken waren mehr als nur Unterhaltung – sie waren ein Ort der Flucht aus dem Alltag, ein Raum, in dem man sich neu erfinden konnte. Auf der Tanzfläche verschwanden Grenzen: Herkunft, Sorgen und Unsicherheiten traten in den Hintergrund, und es blieb nur noch die Musik, der Rhythmus und dieses überwältigende Gefühl von Freiheit. Auf der Festung Kufstein soll das Publikum genau das erleben: eine Reise voller Emotionen, Leidenschaft und mitreißender Energie. Mein Wunsch ist es, dass die Menschen nicht nur zuschauen, sondern sich wirklich angesprochen fühlen – und am Ende der Vorstellung mit dem unbändigen Drang nach Hause gehen, selbst zu tanzen!“

Tony Mareno wird in Saturday Night Fever von Andrea De Majo gespielt. Er freut sich mit seiner kurzen Vorstellung bereits sehr auf die Termine in Kufstein: „Ich komme aus Italien und bin Musicaldarsteller. Mein Weg hat mich 2017 beruflich nach Tirol geführt, seitdem bin ich am Tiroler Landestheater engagiert. Hier habe ich nicht nur meinen künstlerischen Platz gefunden, sondern auch ein Umfeld, in dem ich mich wirklich zuhause fühle.“
Andrea De Majo hat diese Show bereits 2017 in der Schweiz gespielt, es war eine wunderbare, prägende Erfahrung für ihn.

Auch Verena Kollruss, die als Stephanie Mangano die weibliche Hauptrolle spielt, stellt sich kurz vor: „Ich komme aus Wien und arbeite international als professionelle Tänzerin und Musicaldarstellerin. Umso schöner ist es für mich, für den MusicalSommer wieder nach Kufstein zurück zu kehren. Es fühlt sich immer ein bisschen wie Heimkommen an, da ich heuer bereits zum dritten Mal auf der Festungsbühne stehen darf.“

Beide sind sich einig: „Die Discomusik der 70er Jahre hat etwas unglaublich Befreiendes – sie steckt voller Lebensfreude, Energie und Leichtigkeit. Sobald diese Musik läuft, kann man gar nicht stillstehen.“ Regisseur Vanni Viscusi skizziert die Herangehensweise in der Vorbereitung: „Die Herausforderungen dieser Produktion sind vielfältig: Die richtige Besetzung zusammenzustellen, mein Team so zu organisieren, dass wir gemeinsam eine Show schaffen, die alle erreicht, eine Geschichte und eine ikonische Figur zu erzählen und ihnen Leben und Tiefe zu verleihen – ganz nach meinem Geschmack und meiner Intuition! Seit etwa sechs Monaten bin ich damit beschäftigt, das Drehbuch zu überarbeiten und die Musik gemeinsam mit der musikalischen Leiterin Eva Maria Brugger neu zu arrangieren. Nun konzentriere ich mich bis Juni auf die Choreografie und beginne dann ab 22. Juni mit den Proben, die bis zur Premiere am 31. Juli dauern werden. Fast 100 Personen sind an diesem Projekt beteiligt!“

Dank der wetterfesten, überdachten Tribüne genießen die Gäste beim MusicalSommer Kufstein ein echtes Open-Air-Gefühl und bleiben zugleich weitgehend wetterunabhängig. So verbinden sich Sommernacht, Live-Musik, große Emotionen, Exklusivität und eine der eindrucksvollsten Locations Tirols vor historischer Kulisse zu einem Kulturabend, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Text: Bernhard Schösser

Fotos: Peter Koren