Die fetzigen Hexen

Sie sind ein fixer Bestandteil des Faschings in Innsbruck, die fetzigen Hexen aus Amras. FREIZEIT-TIROL lud die Obfrau Irene Tusch, die Obfrau Stellvertreterin Claudia „Stoni“ Steiner und die Junghexenbetreuerin Laura Steiner zum Gespräch, um die Hintergründe der Hexerei zu erfahren.

Die fetzigen Hexen aus Amras wurden 2017 gegründet. Da in diesem Jahr ein sehr kurzer Fasching war, erfolgte der erste Auftritt im Jänner 2018. Was ist nun die Idee dahinter?

Claudia Steiner erklärt: „Wir waren ja früher immer bei den Amraser Matschgerern zuschauen, das gefiel uns sehr gut. Doch ganz andere Showeinlagen, wie die Clownmusik, lockerten das Treiben der Matschgerer auf. So kam uns die Idee zu den fetzigen Hexen und unseren wechselnden Showeinlagen und Choreografien.“ Wobei die Hexen, so sie nicht anderwärtig auftreten, am unsinnigen Donnerstag in Amras immer noch gerne zusehen und die Matschgerer unterstützen. Mittlerweile erfolgen die Auftritte der Hexen-Gruppe überregional. „Wir waren schon in Wattens, Schwaz, in Landeck auf der Gipfelstation am Venet und sogar in Bludenz“, berichtet Irene Tusch. Buchbar sind die Hexen nicht nur für Faschingsumzüge, sondern auch für Partys aller Art, wie beispielsweise in der Mausefalle oder im Studio4. Auch bei den offiziellen Faschingsdienstagaktivitäten der Landeshauptstadt Innsbruck sind die Hexen seit ihrem Bestehen immer mit dabei, 2025 mit einer Parade vom Bozner Platz in die Maria-Theresien-Straße.

Bei den fetzigen Hexen sind ausschließlich Damen aktiv, aktuell 15. Seit 2020 gibt es eine „Nachwuchsabteilung“, die von der Junghexenbetreuerin Laura Steiner angeführt wird: „Momentan haben wir 7 Mädels, die 2022/23 ihren ersten Auftritt absolvierten!“ Ein Gedanke dabei war es, den Damen in Amras eine Plattform zu bieten, den Fasching zu leben. „Denn bei den Matschgerern dürfen ja nur Männer und Burschen mitmachen“, so Irene, „wobei wir niemandem etwas Traditionelles wegnehmen wollen, sondern einfach mit unserer eigenen, modernen Show mittendrin dabei sind!“ Wichtig ist den Damen aber auch der Teamgeist und interne Zusammenhalt. Stichwort „moderne Show“: Die Hexen sind vermutlich die einzige Gruppe, die jedes Jahr eine neue Show mit neuer Musik bietet. Auch sind sie die einzige Hexengruppe, in der ausschließlich Frauen mitmachen dürfen. In Vorarlberg sei das mehr gemischt, wobei die dortigen Truppen schon eher mit dem deutschen Karneval vergleichbar seien, so Irene Tusch.

Wie sieht nun die Show aus?

„Die Show dauert zwischen 13 und 15 Minuten. Wir starten mit dem Einlauf der Hexen, dann erfolgt die eigentliche Tanzshow mit der jeweiligen Choreografie. Anschließend wird mit dem Publikum getanzt, bevor der Hexenausmarsch erfolgt“, so Claudia Steiner.

Das Markenzeichen der fetzigen Hexen ist übrigens das pinke Kopftuch der „Großen“, die kleinen Hexen tragen ein violettes Tuch. „Die fetzigen Junghexen sind zwischen fünf und 14 Jahre“, erklärt Laura, „ab 18 kann man dann bei den Erwachsenen mitmachen!“

Wie kann man die fetzigen Hexen buchen, was kostet ein Auftritt?

„Wir haben keine fixen Preise“, so Obfrau Irene, „wir bekommen immer eine Spende für die Anreisekosten wie Taxi oder Bus und für die Vereinskasse und natürlich Speis und Trank von unseren Auftraggebern!“ Auch 2026 sind die Hexen gut gebucht. 15 Auftritte, in der Faschingszeit meist Donnerstag bis Sonntag, teilweise mit 2 Shows an einem Tag, geben dem Konzept recht. „Leider müssen wir gelegentlich auch Anfragen ablehnen, da wir schon gebucht sind, oder die Anfragen einfach zu spät eintreffen“, so Claudia Steiner, „die Vorreservierungen starten in der Regel ab August, hauptsächlich über Instagram und Facebook.“

Was ist zum 10-jährigen Jubiläum geplant?

Neben Überlegungen zu einer neuen Homepage steht vor allem ein Jubiläumsball im Zentrum der Planungen. „Die Umsetzung gestaltet sich wegen der Kosten und dem Raum etwas schwierig, doch wir haben ja noch ein bisschen Zeit“, so Obfrau Irene abschließend.

Text: Bernhard Schösser

Fotos: © Die fetzigen Hexen, © Bernhard Schösser