Freeride Filmdays – Another Dimension

Freeride Filmdays – Another Dimension

 

Wenn du dir über Freeride-Filmveranstalungen denkst: "A geh, immer die gleiche Leier, lei action-action-action", dann bist du wohl nicht mehr up to date. Entweder du bist Nostalgiker, der mit "Steep and Deep" oder "Fire and Ice" dieses Kapitel abgeschlossen hat, oder du warst selbst einmal mal enthusiastischer Tiefschneefahrer und Szene-Freek der 1990er Jahre, den die Realität mit Job und Familie eingeholt hat und der damit seine Leidenschaft begraben hat. Aber egal zu welcher Gruppe du gehörst, es lohnt sich diesen Beitrag zu lesen, denn der Ski-, Snowboard- oder Freeridefilm hat eine neue Dimension erreicht: ANOTHER DIMENSION.

Das Stichwort 'Another Dimension' steht nicht nur für ein neues Kapitel von Skifilm-Abenden. Durch die rasant gestiegene Popularität des Freeridens sind Industrie, Athleten und Filmemacher mit neuem Elan am Werk. Die daraus resultierenden Filme stellen ebenfalls eine neue Dimension dar. Mittlerweile werden alle gängigen Genres bedient: Dokumentation, Spielfilm, Reisebericht oder Kunstfilm, alles findet man im Portfolio der großen Filmabende. Ist auch klar, die klassischen Action-Videos der Snowboarder aus den 1990er und 2000er Jahren bedienten nur die Core Szene, Otto-Normal-Verbraucher konnte damit nichts anfangen. Jetzt werden die Filme so produziert, dass jeder Sport-, Abenteuer- oder Bergfilm-Interessierte durch sie bereichert wird.

Innsbruck hat sich in den letzten 10 Jahren zur Weltstadt des Skifilms entwickelt. Neben vielen Outdoorsport-Marken haben mittlerweile auch immer mehr Outdoor-Filmproduzenten ihre Büros in Innsbruck. Dazu kommt, dass viele professionelle AthletInnen ihren Wohnsitz nach Innsbruck verlegt haben. Und klarerweise sollen die Premieren der Filme, wo die AthletInnen dabei waren, auch in Innsbruck stattfinden. Vielleicht hast auch du dir schwer getan die unterschiedlichen Plakate, Flyer oder Online-Trailer einzuordnen. Was ist das Richtige für mich? Freizeit Tirol hat darüber recherchiert und herausgefunden, dass jetzt da eine Ordnung entsteht. So haben sich drei der größten Festivals zusammengeschlossen und treten im November im Rahmen der "Freeride Filmdays" gemeinsam auf.

Wir haben den Drahtzieher der Kooperation Harry Putz, selbst Filmemacher und ein Snowboard Urgestein, getroffen. Er selbst veranstaltet Filmabende seit ca. 15 Jahren. Angefangen hat er mit der Präsentation seiner eigenen Filme, weil er meinte, dass es einfach zu wenige Möglichkeiten der Vorführung von Filmen der unabhängigen Szene gibt. Irgendwas scheint er damit richtig gemacht zu haben, denn sein seit 10 Jahren existierendes Freeride Filmfestival ist zum größten Festival seiner Art im deutschsprachigen Raum herangewachsen, mit 12 Großevents erreicht er in den Kinos Österreich, Deutschland und der Schweiz an die 5.000 Besucher. Dazu Harry Putz: "Es ist fantastisch zu sehen, wie gut diese Filme ankommen, wie man im Herbst die Leute heiß auf den Winter machen kann. Aber was in den meisten Städten recht einfach zu bewerben geht, ist in Innsbruck zunehmend schwieriger geworden. In Innsbruck gibt´s einfach extrem viel Angebot. Dann gab es auch keinen aufeinander abgestimmten Kalender der Veranstalter. Das versuche ich jetzt mit den Freeride Filmdays zustande zu bringen. Neben meinem Event hab ich zwei weitere für Innsbruck tragende angesehene Veranstaltungen davon überzeugen können ihre Termine und die Absicht der gemeinsamen Bewerbung in denselben Zeitraum zu legen. Diese drei Filmabende treten nun unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit auf. Jedes dieser drei Festivals hat auch einen anderen Schwerpunkt, und somit sind wir auch nicht unmittelbar Konkurrenten. Und der große Vorteil, mit vereinten Kräften mehr Leute erreichen zu können, liegt auf der Hand."

6. Nov Freeride Filmfestival - Internationales Filmfestival auf Tour
8. Nov Freeride Filmbase - die Freeridefilme der Innsbrucker Szene
9. Nov Linehunters Movietour - Nachwuchsathleten mit ihren ersten großen Filmen

Für das Freeride Filmfestival setzt Putz im Programm und auf der gesamten Tour auf "Nachhaltigkeit". Da dürfen auch nicht Filme fehlen, die das Thema authentisch herüberbringen. Dazu Putz: "Ganz besonders stolz bin ich auf unseren Hauptfilm "SHELTER". In diesem macht sich der Schweizer Snowboardprofi Mathieu Shaer mit ein paar Freunden auf um die Berge in seiner Heimat zu erkunden, nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fellen und auf Berghütten übernachtend." Und Putz weiter: "Ist doch nichts Außergewöhnliches, denken sich jetzt viele von euch, aber für Mat sehr wohl denn über 10 Jahre war er jeden Winter auf der ganzen Welt unterwegs. Das hat in ihm zunehmendes Unbehagen hervorgerufen, er studierte deshalb die letzten Jahre sogar Umweltwissenschaften und ist sich seines neuen Weges nun ganz sicher. Mit Überzeugung sagt er mir, dass der letzte Winter der schönste in seinem Leben war." Der Film "Shelter" spielt in der Schweiz, Italien und Frankreich, und hat als berühmtesten Athleten Jeremy Jones mit dabei. Das nicht zufällig, denn Jeremy ist der Gründer der internationalen NGO "Protect Our Winters", die sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der Wintersport-Community einsetzt. Das Freeride Filmfestival im Metropol Kino ist übrigens wie jedes Jahr der Kick-iff Event für die Tour, noch in derselben Nacht werden die Athleten und das Festival-Team in ihren Beat The Street-Tourbus einsteigen und ab zum nächsten Event nach Berlin düsen. Folge dem FFF auf @freeridefilmfestival #offpisteontour

Die Freeride Filmbase ist von besonderem regionalem Interesse. An diesem Abend werden ausschließlich Filme gezeigt, die das Kriterium erfüllen, dass die Filmemacher oder Hauptakteure im Großraum Innsbruck wohnen. Veranstalter ist Manfred Pascher, der seit über 20 Jahren mit Alpin- und Outdoorfilm beschäftigt ist, das Filmfest St. Anton veranstaltet und selbst als Skifahrer seit 50 Jahren die Nordkette liebt. Manfred Pascher: "Seit 2016 findet im Innsbrucker Metropol Kino auf der größten Leinwand dort einmal im Jahr die "Freeride Filmbase" statt. Es ist eine Feier des Innsbrucker Freeride-Films. Nirgendwo anders auf der Welt werden Jahr für Jahr mehr Freeride-Filme mit hoher Qualität produziert als in Innsbruck. Von der Veranstaltung soll auch eine katalysierende Wirkung auf die Szene der Innsbrucker Freeride-Nachwuchsfilmer ausgehen, die Crews sollen angespornt werden, Freeridefilme für die große Leinwand zu machen. In diesem Jahr sind sieben Filme im Programm, Skifahren in der Polarnacht im nördlichen Norwegen, wo die Sonne nicht mehr aufgeht (Manu Mandl), Skifahren statt Konsumtaumel zu Weihnachten (Mountain Tribe), Zeppelin Skiing (Lenscape Productions), Interrail-Skiing (Ludwig Hagelstein und el.Makrell), Skifahren und Klettern (Nadine Wallner), Reise nach Tadjikistan (Whiteroom Productions) und ein Loblied aufs Skifahren (Latschenkillercrew).

Die Linehunters Movie Tour wurde von Freeridern für Freerider gegründet - als Plattform für gegenseitige Unterstützung der Newcommer Szene. Ohne ernsthafte Gewinnabsichten, mit rosa Brille und Herz für die Szene, organisieren Christoph Schöfegger und Manuela Mandl die Tour. Dort werden innovative Filme aus den Ostalpenraum gezeigt, von Crews von denen noch keiner gehört hat, die man aber besser kennen sollte. Genreüberschreitungen gehören dazu, so gibt's vom Freeride Spielfilm bis zum philosophischen Exkurs alles zu sehen. Natürlich in der Hauptrolle immer die Action im weißen Gold.

Neben den drei Festivals wird es auch weitere Veranstaltungen in dieser Woche geben. Die Premiere des Filmes 'Winterland' der wohl größten Skifilmproduktionsfirma TGR (Teton Gravity Research) ist ein weiterer Highlight. Die Tiroler Freeride-Ikone Fabian Lentsch guided dafür das Filmteam und ein paar weitere Weltstars durch den perfekten 2019er Winter in Tirol.

Das genaue Programm, Trailer, Filmbeschreibungen und Tickets findet ihr auf freeride-filmdays.at / @freeridefilmdays.
Die Freeride Filmdays finden im selben Zeitraum wie die Alpinmesse statt. Günstige Kombitickets "Film & Messe" findet ihr HIER.

 

Redakteur: Bernhard Schösser